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Allee
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Alleen sind Straßen oder Wege, die beidseitig von gleichförmig verlaufenden Baumreihen begrenzt oder in der Mitte durch eine Baumreihe getrennt werden. Die BĂ€ume beiderseits des Weges werden planmĂ€ĂŸig in gleichen AbstĂ€nden und im gleichen Alter mit etwa der gleichen PflanzqualitĂ€t gepflanzt. Meist werden BĂ€ume einer Baumart verwendet. Im engeren und ursprĂŒnglichen Sinn ist die Allee eine baumbestandene, in die Landschaft hinaus verlĂ€ngerte architektonische Gartenwegachse einer herrschaftlichen Schlossanlage. Unter einer Halballee versteht man eine Sonderform der Allee, bei der nur auf einer Seite der Straße oder des Weges eine Baumreihe steht.

Contents

‱ Geschichte
‱ Wortherkunft
‱ Typen
‱ Funktionen
‱ Bestand
‱ Baumarten
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte

Wortherkunft

Das Wort Allee stammt aus dem Französischen und wurde wĂ€hrend des DreißigjĂ€hrigen Krieges in Deutschland eingebĂŒrgert. Als „allĂ©e“ (von französisch aller = gehen) wurde ursprĂŒnglich ein (schattiger) Gehweg in einem architektonischen Garten bezeichnet. Erst die Ausdehnung der großen aristokratischen SchlossgĂ€rten in die Landschaft hinaus und der Anlage von LandschaftsgĂ€rten durch axiale baumbestandene Wege fĂŒhrte zur heutigen Bedeutung des Wortes Allee.

In manchen deutschsprachigen Straßennamen taucht der Wortbestandteil Allee zuweilen ohne Bezug auf einen etwaigen Baumbestand auf. In der englischen Sprache kann die avenue nicht immer mit dem deutschen Begriff einer Allee gleichgesetzt werden. Die französische Bezeichnung allĂ©e und die englische alley werden heutzutage als Baumallee in einem Wald oder Stadtpark verstanden. UrsprĂŒnglich diente die allĂ©e als Gang oder Zwischengang zwischen HĂ€userblocks (vgl. „Rademachergang“ in Hamburg, „MĂ„rten Trotzigs GrĂ€nd“ in Stockholm, „Moss Side Alley“ in Manchester). Avenue entstammt der französischen Sprache und bedeutet im eigentlichen Sinne eine breit befahrbare Zugangsstraße (von lateinisch advenire = ‚herankommen‘, vgl. befestigte Dammstraße im Deutschen), damals als Ankunftsstraße zu einem Stadttor (vgl. „LĂŒbeckertordamm“ in Hamburg, „Avenue de la Porte de Montreuil“ in Paris). Durch den Wegfall der Stadtbefestigungen im 16. Jahrhundert wurde die „französische“ Avenue in das Stadtinnere verlĂ€ngert und zu einer Hauptstraße erklĂ€rt. Diese wurde entweder als Radialstraße zu einem Kreisel oder als Querstraße zu einem Boulevard verbunden und erhielt die Merkmale einer Baumallee. Diese neue Art der durchdringenden Straßenanlage, die das ferne Provinzland mit dem Hauptstadtinneren direkt verbindet (vgl. Nationalstraßen in Frankreich), verbreitete sich in ganz Europa. In Deutschland ist Hamburg eine der wenigen StĂ€dte, bei der eine große Vielfalt und Verbreitung von Straßentypenbezeichnungen bis in die heutige moderne Zeit erhalten und nicht umbenannt worden sind.

Antike bis Barock

Alleen wurden im 15. und 16. Jahrhundert vermehrt zur Gestaltung von FreirĂ€umen und zur Betonung von flĂ€chengliedernden Wegachsen verwendet.cite-ref-kulturlandschaftselementebayern-1-0[1] Zwar gab es vor der Zeit der Renaissance bereits verschiedene (oft wenig regelmĂ€ĂŸig) bepflanzte, baumbestandene StraßenrĂ€nder vor allem im lĂ€ndlichen Raum, es stand hier jedoch nicht die Architektur, sondern der Nutzen der BĂ€ume im Vordergrund. In den alten Hochkulturen der Ă€gyptischen Reiche, der römischen und der griechischen Antike sind Alleen als Gestaltungselement vereinzelt eingesetzt worden, spielten aber eine untergeordnete Rolle.cite-ref-bundestagaspekte-2-0[2]

Im Barock – zur Zeit des französischen Absolutismus – war der Höhepunkt des Einsatzes und der Verwendung von Alleen. Der berĂŒhmte Gartenarchitekt AndrĂ© Le NĂŽtre nutzte dieses Gestaltungselement bei der Anlage der GĂ€rten von Versailles und Vaux-le-Vicomte. Die streng geometrisch angelegten Baumreihen entlang der Wegachsen dienten dazu, die perspektivische und tatsĂ€chliche Beherrschung des Raumes zu unterstĂŒtzen.

Alleen als Gestaltungselement der Stadtplanung

Ab dem 17. Jahrhundert wurden Alleen bereits im StĂ€dtebau verwendet. Ende des 18. Jahrhunderts wurden Alleen auch bei der Anlage von ingenieurtechnisch trassierten Chausseen eingesetzt.cite-ref-kulturlandschaftselementebayern-1-1[1] Im 19. Jahrhundert wurden in den wachsenden StĂ€dten Alleen zur Begrenzung von innerstĂ€dtischen GrĂŒnanlagen, in Wallanlagen, auf Promenaden und PlĂ€tzen, in den Volksparks eingesetzt. Alleen wurden zudem als Verbindungsachsen zwischen der historischen Altstadt und den neu entstehenden VorstĂ€dten angelegt. Ästhetische Aspekte der Stadtgestaltung spielten bei der Planung ebenfalls eine Rolle.cite-ref-bundestagaspekte-2-1[2]

Typen

Nach dem Ursprung ihrer Entstehung und ihrer Nutzungsgeschichte können vier verschiedene Typen der Alleen unterschieden werden:cite-ref-thiembastian-3-0[3]

1. Alleen zur bÀuerlichen Versorgung (z. B. Obstversorgung, Brennholzproduktion, Bienenweide),
2. Alleen zur Anzucht von Seidenraupen (z. B. Maulbeerbaumalleen),
3. Alleen als gartenarchitektonische Gestaltelemente in GĂ€rten und Parkanlagen, herrschaftlichen Grundbesitzungen (Garten, Zufahrt), zur Stadtgliederung (z. B. Verkehrsweg und Flaniermeile) und
4. Alleen als Markierung und zur Sicherung von DĂ€mmen.

Funktionen

Alleen bieten viele VorzĂŒge. So schĂŒtzen sie vor Sonne oder Wind, und damit auch vor dem Humusabtrag in der Landwirtschaft. Sie verbessern bei Nebel und DĂ€mmerung die Orientierung und erleichtern das SchĂ€tzen von Entfernungen. Das Wurzelwerk der AlleebĂ€ume festigt die Fahrbahnen und schĂŒtzt die Wege vor Erosion und Verschlammung. Im Winter ist an den AlleebĂ€umen der Straßenverlauf zu erkennen, die BĂ€ume schĂŒtzen vor Verwehungen. Wurzeln und Baumkronen reinigen zudem das Grundwasser, filtern vor allem Feinstaub und andere Schadstoffe aus der Luft. Der dichte Baumbestand in Alleen ist letztlich ein natĂŒrlicher Schallschutz.

Oft entstehen in Alleen zusĂ€tzliche Biotope, die wiederum die BiodiversitĂ€t erhöhen und in denen außerdem landwirtschaftliche SchĂ€dlinge vor allem durch baumbewohnende, insektenfressende Vögel – manchmal aber auch durch Greifvögel – auf natĂŒrliche Weise bekĂ€mpft werden.

Die BĂ€ume an Alleen dienen mitunter als Nutzholz und tragen hĂ€ufig essbare FrĂŒchte, aus denen sich auch Most keltern lĂ€sst, LindenblĂŒten, Eicheln oder belaubte Zweige sind Futter fĂŒr die Tiere der Umgebung. In WĂŒrttemberg wurden vom Landesherrn Alleen mit ObstbĂ€umen in den Dörfern angelegt.cite-ref-4[4]

Jedoch können sich in Alleenstraßen auch Nachteile ergeben. Bei Sturm- oder Schneebruch besteht Gefahr durch herabfallende Äste oder umstĂŒrzende BĂ€ume. Das Risiko von SachschĂ€den, Verletzungen oder tödlichen VerkehrsunfĂ€llen ist erhöht. Wurzeln der umliegenden BĂ€ume können zu einer unebenen Fahrbahn oder zu Kosten fĂŒr ihre Entfernung fĂŒhren. Durch die tagsĂŒber hĂ€ufig schnellen Wechsel zwischen grellem Sonnenlicht und Schatten in einer Allee wird die Sicht im Straßenverkehr hier oft behindert.

Laubfall kann durch erhöhten Verkehrsfluss, bei festgefahrenen BlĂ€ttern auf dem Asphalt und vor allem bei plötzlich einsetzendem Regen zu einer extrem rutschigen Fahrbahn, Ă€hnlich wie bei Schnee- oder EisglĂ€tte, fĂŒhren und birgt daher ein hohes Risiko im Straßenverkehr. Fallende FrĂŒchte, wie auch am Boden befindliche FrĂŒchte gefĂ€hrden den Verkehr, wenn sie bei hoher Geschwindigkeit gegen die Windschutzscheibe prallen oder ZweirĂ€der ins Rutschen bringen.

Napoleon Bonaparte ließ in großem Stil Alleen in ganz Europa anlegen – vornehmlich um fĂŒr seine marschierenden Soldaten Sonnenschutz zu gewĂ€hrleisten.

Landschaftsbild

Alleen stellen wichtige Gliederungselemente in der Landschaft und markante Orte in GÀrten, Parks und urbanen RÀumen dar. Alleen bilden visuelle Leitbahnen und Orientierungslinien in der Landschaft und prÀgen das Landschaftsbild. Als Kulturlandschaftselement haben Alleen trennende und verbindende Wirkung. Sie trennen beispielsweise Ackerflure von WiesenflÀchen oder Ober- von Unterhang sowie Luv von Lee. Alleen können Siedlungen, Landnutzungsarten und LandschaftsrÀume miteinander verbinden.cite-ref-thiembastian-3-1[3]

Bestand

Alleen werden je nach Baumartenwahl in Obstbaumreihen oder -alleen und Laubbaumalleen (keine Obstgehölze) untergliedert.cite-ref-thiembastian-3-2[3]

FĂŒr die Mosterzeugung hatten Straßen und Wege begleitende ObstbĂ€ume eine große Bedeutung in Teilen Deutschlands. TafelobstbĂ€ume spielten eine untergeordnete Rolle als Alleebaum. Die Ă€ltesten ObstalleebĂ€ume stellen Pflaume (Prunus domestica) und Vogel-Kirsche (Prunus avium) dar, die ab dem 15. Jahrhundert in Deutschland angepflanzt wurden. SpĂ€ter ergĂ€nzten Apfel- und Birnensorten die Obstbaumreihen.cite-ref-thiembastian-3-3[3]

Baumarten

Typische AlleebĂ€ume von historischen Schlossalleen Mitteleuropas sind Linden, je nach Landschaft vorrangig Winterlinden (Tilia cordata) oder Sommerlinden (Tilia platyphyllos), und Rotbuchen (Fagus sylvatica), oft auch in deren Kulturform der Blutbuche. Die Linde gilt als beliebtester Alleebaum in Deutschland. So verwundert es nicht, dass Vertreter der Kirche und des Adels ihre Besitzungen im Zeitraum zwischen dem 17. und Mitte des 19. Jahrhunderts mit Lindenalleen bepflanzten. Heute weisen diese Lindenalleen ein stattliches Alter von 100 bis 300 Jahren und einem Stammumfang bis zu 4 Metern auf.cite-ref-thiembastian-3-4[3] Im lĂ€ndlichen Raum Mitteleuropas wurden neben Mostobst-Alleen hĂ€ufig Eichenalleen, hauptsĂ€chlich Stieleichen (Quercus robur), gepflanzt. Stieleichen-Alleen zĂ€hlen zu den Ă€ltesten existenten Alleen in Deutschland. StieleichenbĂ€ume können bis zu 1000 Jahren alt werden.cite-ref-thiembastian-3-5[3] Im innerstĂ€dtischen Raum sind AhornblĂ€ttrige Platane (Platanus × acerifolia), Gemeine Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) und zunehmend die Fleischrote Rosskastanie (Aesculus × carnea) beliebt. Zum Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Rosskastanie als Alleebaumart aus Kleinasien nach Europa eingefĂŒhrt. Im osmanischen Reich dienten die FrĂŒchte als Futter fĂŒr die Rösser des osmanischen Heeres. Die Kastanie gilt als die beliebteste Alleebaumart in Europa und zeitweise auch in Deutschland. Im Zeitraum zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert wurde die Rosskastanie von vielen Adels- und KirchenhĂ€usern als Alleebaum verwendet.cite-ref-thiembastian-3-6[3] SchnellwĂŒchsige AlleebĂ€ume sind Pappeln, vor allem Pyramidenpappeln (Populus nigra ‚Italica‘). Daneben sind auch Berg- und Spitzahorn (Acer pseudoplatanus und platanoides) nach Eichen- und Lindenalleen die drittwichtigsten Alleebaumarten in Deutschland.cite-ref-thiembastian-3-7[3]

Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland

Deutschland weist einen Alleenbestand von ungefÀhr 23.000 Kilometern auf.cite-ref-bundestagaspekte-2-2[2]

Brandenburg ist das alleenreichste Bundesland. Rund die HĂ€lfte des deutschen Alleenbestandes befindet sich in Brandenburg.cite-ref-bundestagaspekte-2-3[2]cite-ref-konzeptionbrandenburg-5-0[5] Das Landschaftsbild der großrĂ€umigen Brandenburger Wald- und Seengebiete wird durch Alleen geprĂ€gt. Die 8.600 Kilometer langen Bundes- und Landesstraßen sind außerorts ĂŒber eine Strecke von 2.344 Kilometern mit Alleen bestanden.cite-ref-konzeptionbrandenburg-5-1[5]

Mecklenburg-Vorpommern gehört ebenso zu den alleenreichen BundeslĂ€ndern, hier kommen circa 4.374 Kilometer Alleen und Baumreihen entlang von Straßen vor.cite-ref-6[6] Das nordöstliche Bundesland wird auch Land der Alleen genannt.cite-ref-7[7] Etwa 41 Prozent des mecklenburgisch-vorpommerschen Straßennetzes ist von Alleen oder mit einseitigen Baumreihen gesĂ€umt.cite-ref-8[8] Artikel 12 Abs. 2 der Landesverfassung stellt die Alleen unter den Schutz des Landes, der Gemeinden und Kreise.cite-ref-9[9]

In Nordrhein-Westfalen sind Alleen gesetzlich geschĂŒtzt. Es existiert ein Alleenkataster NRW, welches ĂŒber den Bestand informiert.cite-ref-10[10] Aktuell sind darin fĂŒr NRW rund 6400 Alleen mit einer GesamtlĂ€nge von etwa 3800 Kilometern dokumentiert (Stand 2021).

In Bayern sind Alleen mit knapp 1.150 Straßenkilometern verbreitet. Der Freistaat weist somit den viertgrĂ¶ĂŸten Alleenbestand von Deutschland auf. Im Umfeld von grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten und in Verbindung zu historischen Schloss- und Gartenanlagen kommen hier Alleen vor. Daneben sind Alleen an alten Chausseen und Obstbaumalleen an alten Feldwegen im lĂ€ndlichen Raum zu beobachten.cite-ref-kulturlandschaftselementebayern-1-2[1]

BerĂŒhmte Alleen

Deutschland
Lichtentaler Allee in Baden-Baden
Unter den Linden in Berlin
Max-Brauer-Allee in Altona
Alleenring in Frankfurt am Main
Königsallee in DĂŒsseldorf
Sonnenallee in Berlin
Schmidt-Rottluff-Allee in Sierksdorf
Ganghofer-Allee in Welden
Leopoldstraße in MĂŒnchen
Nördliche und SĂŒdliche Auffahrtsallee in MĂŒnchen als Verbindung zum Schloss Nymphenburg
Österreich
Hellbrunner Allee in Salzburg, die wohl weltweit Àlteste erhaltene (als Landschaftsgarten geplante) Allee
Frankreich

Alleen als Gegenstand der Malerei

Die Entdeckung der Perspektive in der Malerei fĂŒhrte dazu, dass Alleen als Gestaltungsmittel verstĂ€rkt auch in der Gartenkunst eingesetzt wurden. Alleen sind aufgrund des interessanten Licht und Schattenspiels beliebte Motive in der Landschaftsmalerei. Das Genre des baumbestandenen Straßenrandes wurde von zahlreichen KĂŒnstlern aufgegriffen.

Der Impressionist Ernst Oppler bildete beispielsweise eine Strandpromenade bestehend aus Platanen ab.

Der bedeutende Vertreter des Wiener Jugendstiles, Gustav Klimt setzte sich mit dem Thema in dem Werk Allee vor Schloss Kammer auseinander.

GefÀhrdung

Alleen sind ein wertvolles Kulturlandschaftselement, ein Zeugnis der Kulturgeschichte, und gleichsam prĂ€gen sie das Landschafts- und Ortsbild auf unverwechselbare Weise. Eine Vielzahl an Alleen wurde im Rahmen von Straßenbaumaßnahmen in den letzten Jahrzehnten gefĂ€llt. Der Alleenbestand ist zum Teil stark ĂŒberaltert. Die aufgrund der Rechtsprechung notwendigen Verkehrssicherungsmaßnahmen, der Tausalzeinsatz sowie die Folgen des Klimawandels (Sommertrockenheit) schĂ€digen die VitalitĂ€t der bestehenden AlleebĂ€ume. Die Neuanlage von Alleepflanzungen außerhalb geschlossener Ortschaften entlang von Landstraßen erfolgt nicht mehr regelmĂ€ĂŸig. Aktuelle Richtlinien und Empfehlungen zum Schutz von UnfĂ€llen mit Aufprall auf BĂ€umen (ESAB) fĂŒhren zu einer Erhöhung des seitlichen Abstandes der Baumpflanzungen zum Fahrbahnrand, mit der Folge, dass die Allee ihren spezifischen Charakter als Begleitelement zu Wegeverbindungen verliert oder auf die Pflanzung ganz verzichtet wird, da der entsprechende Raum nicht zur VerfĂŒgung steht.cite-ref-kulturlandschaftselementebayern-1-3[1]cite-ref-bundestagaspekte-2-4[2]

In den 1960er Jahren fĂŒhrte der ADAC in den alten BundeslĂ€ndern eine Kampagne gegen Alleen durch: Der Zusammenstoß eines Autos mit einem Alleebaum endete zu hĂ€ufig tödlich fĂŒr die Insassen; Menschenleben hĂ€tten Vorrang vor Ästhetik und Naturschutz. Auch in den neuen BundeslĂ€ndern wurden vornehmlich in Sachsen an Fernverkehrsstraßen AlleebĂ€ume zugunsten der Sicherheit und des schneller und dichter werdenden Autoverkehrs geopfert. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern konnten zum grĂ¶ĂŸten Teil ihre alten BaumbestĂ€nde an den Straßen erhalten. SpĂ€ter haben sich die MaßstĂ€be gewandelt: Seit der Wiedervereinigung Deutschlands gehört auch der ADAC zu den Vereinigungen, die sich fĂŒr den Erhalt der prĂ€chtigen alten Alleen in Ostdeutschland und die VerlĂ€ngerung der Deutschen Alleenstraße einsetzen.

Seit dem Jahr 2008 ruft ein BĂŒndnis aus dem Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Alleenschutzgemeinschaft (ASG), der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Alleenstraße am 20. Oktober den „Tag der Allee“ aus und kĂŒrt eine Allee des Jahres.

Nach SchÀtzungen gingen in Deutschland bisher etwa 50.000 Kilometer Alleen verloren. Aktuell lÀuft ein Projekt der Deutsche Bundesstiftung Umwelt um alle Alleen Deutschlands genau zu erfassen. Von 2005 bis 2020 gingen allein in Brandenburg weitere 4475 Kilometer Alleen durch Abholzung verloren. Wegen der Verkehrssicherheit wurden in Deutschland Richtlinien erlassen, welche den Erhalt und die Neupflanzung von AlleebÀumen erschweren. Bei Nachpflanzung von BÀumen in bestehenden Alleen muss ein Baum 4,50 Meter von der Fahrbahn stehen und bei Neuanlage von Alleen sogar 7,50 Meter. Diesen Aufwand scheuen die Behörden, so verschwanden allein in Sachsen 2017 und 2018 16.000 BÀume und nur 1.400 wurden nachgepflanzt.cite-ref-11[11]

Literatur

‱ Eva Benz-Rababah: Alleen als Bestandteil integrierter Stadtplanung seit Beginn der „industriellen VerstĂ€dterung“ in Deutschland. In: Die Gartenkunst, 2013, Jahrgang 25, Heft 2, S. 355–376.
‱ Rupert Doblhammer: Alleen in formalen historischen GĂ€rten Österreichs. Andeutungen ĂŒber Systematik, Funktion, Herstellung und Pflege. In: Die Gartenkunst, 2006, Jahrgang 18, Heft 2, S. 311–322.
‱ GĂ©za Hajos: Wege, Alleen und Hecken in historischen GrĂŒnanlagen. EinfĂŒhrung in das Thema des gleichnamigen internationalen Kongresses vom 19. bis 22. Mai 2005 in Wien. In: Die Gartenkunst, 2006, Jahrgang 18, Heft 2, S. 245–248.
‱ Burkhard von Hennigs: Die Sanierung der Alleen im Jersbeker Park. In: Die Gartenkunst, 1991, Jahrgang 3, Heft 1, S. 150–156.
‱ Klaus-Henning von Korsigk: Alleen – Erhaltung und Pflege aus der Sicht der Denkmalpflege. In: Die Gartenkunst, 2006, Jahrgang 18, Heft 2, S. 303–310.
‱ Iris Lauterbach: „Wie die Straßen in den StĂ€dten“. Alleen und Wege in der Gartenkunst des 17. und 18. Jahrhunderts. In: Die Gartenkunst, 2006, Jahrgang 18, Heft 2, S. 249–262.
‱ Ingo Lehmann, Michael Rohde: Alleen in Deutschland. Edition Leipzig, 2006, ISBN 3-361-00613-9.
‱ Olaf Schulz: Die schönsten Alleen in Deutschland. Eine Bildreise von der Ostsee bis zum Alpenvorland. Blv-Buchverlag, 2006, ISBN 3-8354-0087-8.
‱ Irene Markowitz: Die FĂ€cheralleen im Benrather Schloßpark. In: Die Gartenkunst, 1989, Jahrgang 1, Heft 2, S. 183–192.
‱ Alleen in Nordrhein-Westfalen. Ministerium fĂŒr Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, BroschĂŒre. Stand Juli 2018.cite-ref-12[12]
‱ Heike Palm: Zur Erneuerung der Randallee im Großen Garten Hannover-Herrenhausen, 1889–1894 – Zeitgenössische DiskussionsbeitrĂ€ge. In: Die Gartenkunst, 1991, Jahrgang 3, Heft 1, S. 148–150.
‱ Goerd Peschken: Zum Problem der Erneuerung der Allee im HerrenhĂ€user Garten. In: Die Gartenkunst, 1991, Jahrgang 3, Heft 1, S. 147 f.
‱ Klaus Stritzke: Erfahrungen und Probleme bei Erhaltung und Ersatz von Ă€lteren AlleebĂ€umen. In: Die Gartenkunst, 2006, Jahrgang 18, Heft 2, S. 323–330.
‱ Clemens Alexander Wimmer: Hecken und Alleen. In: Die Gartenkunst, 2006, Jahrgang 18, Heft 2, S. 263–277.

Weblinks

Commons

: Allee

– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: Allee

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Private Alleenschutzseite
‱ Alleenschutzgemeinschaft e. V.
‱ Alleeninitiative. Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e. V.
‱ Private Alleenschutzsite (mit Kulturgeschichte / Ausland / Linkliste)
‱ Guido Balmer: Baumreihen mit vielen Funktionen Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 13. Juli 2022

Einzelnachweise

cite-note-kulturlandschaftselementebayern-11. ↑ Bayerisches Landesamt fĂŒr Umwelt (Hrsg.): Historische Kulturlandschaftselemente in Bayern. Band 4. MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-931754-54-9, S. 41 ff.
cite-note-bundestagaspekte-22. ↑ Alleen und Alleenstraßen in Deutschland: Historische, kulturelle und militĂ€rische Aspekte. (PDF) Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages, 18. November 2005, abgerufen am 13. Mai 2018.
cite-note-thiembastian-33. ↑ Korinna Thiem, Olaf Bastian: Historische Kulturlandschaftselemente Sachsens. Hrsg.: Landesamt fĂŒr Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Nr. 2014-18. Dresden, 2014, S. 21.
cite-note-44. ↑ Eine WĂŒrttemberger Apfelgeschichte (Memento vom 29. September 2020 im Internet Archive) (PDF) apfelgut.de
cite-note-konzeptionbrandenburg-55. ↑ Konzeption zur Entwicklung von Alleen an Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg. (PDF) Land Brandenburg: Ministerium fĂŒr Infrastruktur und Landesplanung, 2014, abgerufen am 13. Mai 2018.
cite-note-66. ↑ Alleen. Staatskanzlei des Landes Mecklenburg-Vorpommern, archiviert vom Original am 13. Mai 2018; abgerufen am 13. Mai 2018.
cite-note-77. ↑ Thomas Kunsch: Alleenstraßen erkunden. Nordkurier Mediengruppe GmbH & Co. KG, 5. August 2016, archiviert vom Original am 14. Mai 2018; abgerufen am 13. Mai 2018.
cite-note-88. ↑ Alleen. Ministerium fĂŒr Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern, archiviert vom Original am 13. Mai 2018; abgerufen am 13. Mai 2018.
cite-note-99. ↑ Verfassung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Neufassung von Juni 2016
cite-note-1010. ↑ Alleenkataster NRW. LANUV NRW, abgerufen am 13. Juli 2021.
cite-note-1111. ↑ Guido Kleinhubbert: So gefĂ€hrdet sind Deutschlands schönste Alleen. In: Der Spiegel. Nr. 33, 2020 (online).
cite-note-1212. ↑ Alleen in Nordrhein-Westfalen. (PDF) Ministerium fĂŒr Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 13. Juli 2021.